Bibellese-Projekt, Montag, 28. August 2017

Bibeltext (Luther): Epheserbrief Kapitel 2,1-5

1 Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden, 2 in denen ihr früher gewandelt seid nach der Art dieser Welt, unter dem Mächtigen, der in der Luft herrscht, nämlich dem Geist, der zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams. 3 Unter ihnen haben auch wir alle einst unser Leben geführt in den Begierden unsres Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Vernunft und waren Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern. 4 Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, 5 auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr gerettet –; 

Erklärungen zum Text (Ralf Mühe, Bibellesebund)

Ihr wart tot beschreibt ein Leben auf der Basis von Verfehlungen und Schuld. Das führten auch die Empfänger dieses Briefes. Paulus erinnert sie daran, wessen Geistes Kinder sie waren, ehe sie zum Glauben an Jesus Christus fanden; denn diese Welt steht unt dem Einfluss eines Herrschers, der allgemein geleugnet wird. Er ist Geist (griech. pneuma) und wird als personale Realität normalerweise nicht wahrgenommen. Unerkannt, aber machtvoll bestimmt er die Atmosphäre in dieser Welt und damit die Gesinnung der Menschen (2). 
Wir alle leben ohne Ausnahme von Natur aus in diesem Zustand des Todes. Leben, das diktiert wird von ständigen Wünschen, vom Verlust des rechten Masses, von triebgesteuerten Kräften. Oft ahnen wir eher die Abgründe unserer Gedanken und Motive, als dass wir uns ihnen stellen. All das weckt Gottes Zorn (3). 
Das entscheidende Aber leitet die Wende ein (4). Sie liegt allein in Gottes Wesen und Handeln und in der Person von Jesus Christus begründet. Durch ihn hat Gott sichtbar in diese Welt eingegriffen. Dem Zustand des Todes (1) stellt er mit Jesus Christus das Angebot des Lebens gegenüber, wel er uns gegenüber grundsätzlich wohlwollend gesinnt ist (5). 

Fragen zum Nachdenken

1. Welche Worte weisen darauf hin, dass Paulus zunächst das Leben beschreibt, von dem sich die Christen in Ephesus abgewendet haben (1-2)?

2. Wer ist dieser "Mächtige, der in der Luft herrscht"? Lies dazu Johannes 14,30; 2. Korinther 4,4; Epheser 6,11-12.

3. Was erfährst du in diesem Abschnitt über Gottes Charakter und seine Beweggründe für das, was er tut (3-5)?

Übertragung ins Leben

Wir atmen, artikulieren uns und bewegen etwas in dieser Welt. Dabei treffen wir Entscheidungen in der Überzeugung, unser Selbst zu verwirklichen und enden doch so oft im Desaster. Zerbrochene Beziehungen, innere Sackgassen, Einsamkeit und erloschene Hoffnungen sind klare Hinweise auf eine Existenzweise im Tod. Leben sieht anders aus. Gott schenkt es uns. Ich war 17 Jahre alt, als ich das begriff, Ulrike, meine Bekannte entdeckte es erst im Altern von 56. Aber für sie und für mich gibt es trotz aller Unterschiede in den Biografien den Wechsel vom "Einst" zum "Jetzt". Den Schnittpunkt bildet jeweils Gottes gnädiges Handeln: Er hat uns mit Christus lebendig gemacht. Zurück wollen wir beide nicht, denn wir erfahren, dass in der Verbindung mit Gott auch das Leben neu geordnet wird und Beziehungen heil werden. 

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