Bibellese-Projekt, Freitag, 15. September 2017

Bibeltext (Luther): Epheserbrief Kapitel 6,18-24

21 Damit aber auch ihr wisst, wie es um mich steht und was ich mache, wird euch Tychikus alles berichten, mein lieber Bruder und treuer Diener in dem Herrn, 22 den ich eben dazu gesandt habe zu euch, dass ihr erfahrt, wie es um uns steht, und dass er eure Herzen tröste. 23 Friede sei mit den Brüdern und Schwestern und Liebe mit Glauben von Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus! 24 Die Gnade sei mit allen, die unsern Herrn Jesus Christus lieben – in Unvergänglichkeit. 

Erklärungen zum Text (Ralf Mühe, Bibellesebund)

Beten im Geist heisst, sich in den Gedanken und der Intensität von ihm leiten zu lassen (18). Es ist der Dienst, den Christen für ihre Schwestern und Brüder weltweit verrichten können. Mit der Zeitangabe betet allezeit oder betet zu jeder Zeit fordert der Apostel zu einem betenden Lebensstil auf. Er erbittet für sich selbst die Fürbitte, denn ihm ist daran gelegen, möglichst unerschrocken von Jesus Christus reden zu können (19-20). Die Wendung auch ihr legt nah, dass er anderen Gmeinden bereits seine Situation mitgeteilt hat. Tychikus wird als Bote diesen Brief und den an die Christen in Kolossä und Umgebung überbringen (Kolosse 4,7-8.16). Er soll sie über den Stand der Dinge informieren (21). Er wird es nicht geschäftsmässig kalt tun, sondern tröstend und ermutigend. Der zugrunde liegende griechische Begriff parakaleo kann beides bedeuten (22). 
Paulus nutzt den Briefschluss für einen Segenswunsch. Friede, der von Gott kommt, bleibt unabhängig von den jeweiligen Umständen. Die göttliche Liebe stellt keine Vorbedingungen. Von Gott geschenkter Glauben lässt sich durch nichts erschüttern (23). Weil Gott gnädig ist, hält er das unvergängliche Leben für uns bereit (24). 

Fragen zum Nachdenken

1. Welche Grundeinstellungen sind für die Wirksamkeit unserer Gebete unerlässlich (18)?

2. Welche Parallele erkennst du zwischen der Bitte von Paulus (18) und der Aufforderung von Jesus in Matthäus 26,41?

3. In welchem Zusammenhang stehen Freimütigkeit und Heiliger Geist (19-20)? Lies dazu Apostelgeschichte 2,29; 4,13.29-31.

Übertragung ins Leben

Unser Gebet verliert sich durch Gewohnheit schnell in Stereotypen. "Herr, gib ..." – "Herr, schenke ..." Dabei äussern wir allzu oft ausschliesslich unsere eigenen Vorstellungen. Das Gebet im Geist bleibt jedoch von dessen Führung abhängig. So kann es sein, dass wir für einen Kranken nicht einfach nur um Genesung bitten, sondern auch darum, dass die Zeit der Schwachheit zur Vertiefung seines Glaubens führt. Ja es könnt sogar sein, dass der Heilige Geist es uns aufs Herz legt, darum zu bitten, eine kranke Person durch das Schwinden von Kräften und Fähigkeiten auf die Ewigkeit vorzubereiten. "Beten im Geist" hebt uns durch eine im Innern empfundene Dringlichkeit über die blosse Aufzählung der Anliegen hinaus. Durch den Heiligen Geist wird der Blick über das hinaus geweitet, wsa wir für dringlich halten.

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