Bibellese-Projekt, Dienstag, 29. August 2017

Bibeltext (Luther): Epheserbrief Kapitel 2,6-10

6 und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus, 7 damit er in den kommenden Zeiten erzeige den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christus Jesus. 8 Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, 9 nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. 10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.

Erklärungen zum Text (Ralf Mühe, Bibellesebund)

Die Rettung durch Jesus Christus stellt nur den Beginn des Lebens mit ihm dar (5). Nun ist es möglich, mit erwachten geistlichen Sinnen Gott als Realität wahrzunehmen und seinen Willen erkennen zu lernen. Mehr noch: Menschen, die Jesus vertrauen, stehen nicht mehr länger unter der Gewalt des Mächtigen, der in der Luft herrscht (2), sondern gehören zu Christus, der im Himmel an Gottes rechter Seite eingesetzt ist (6; vgl. 1,20). 
Das neue Leben ist untrennbar mit Christus verbunden. Im Griechischen steht hier jeweils dei Vorsilbe "syn...". Sie bedeutet: "zusammen mit, gemeinsam, zugleich" (5-6). Wer sich Jesus anvertraut, wird damit zum Empfänger seiner überwindenden Kraft und von Gottes unfassbarer grossen Gnade (7). Sie ist ganz und gar sein Geschenk an uns (8). Deshalb kann sie nicht als Lohn für religiöse Verdienste eingefordert werden (9). Im Gegenteil: Erst durch Jesus Christus schafft Gott aus uns das, was man als erhabene Schöpfung oder Kunstwerk bezeichnen kann. Im Griechischen steht hier ein Ausdruck, von dem der Begriff "Poesie" abgeleitet ist. Diesem Neuwerden folgt eine Lebensweise mit entsprechenden Handlungen, die Gott gefällt, weil er uns dazu befähigt und beauftragt hat (10). 

Fragen zum Nachdenken

1. Wie lauten die drei Worte, denen jeweils das Verhältniswort "mit" vorausgeht (5-6)? Schreibe sie dir auf und beschreibe ihre Bedeutung!

2. Welchen zeitlichen Geltungsbereich hat Gottes Demonstration seiner Gnade an uns (7)?

3. Was charakterisiert die Werke oder Handlungen, die in Vers 9 genannt werden, und worin bestehen die Unterschiede zu denen in Vers 10?

Übertragung ins Leben

"Gott, ja – aber lass mich mit diesem Jesus in Ruhe." Die Frau, die das sagte, zog sich auf ihre vage Vorstellung über den "Herrgott" zurück. In einer solch undefinierbaren Fassung bleibt stets offen, wer Gott wirklich ist: ein gütiger alter Mann, der Fünf gerade sein lässt, ein Gott, der auch in anderen Religionen "Gott" genannt wird, oder ein aus Versatzstücken von religiöser Tradition und Fantasie erdachtes Irgendwas. Doch Gottes Charakter, Barmherzigkeit und Liebe werden in seinem Sohn Jesus Christus konkret: als geschichtlich überprüfbare Tatsache und in der persönlichen Erfahrung derer, die ihm folgen. Biblisch fundierte Argumente sind notwendig. Die erlebte Beziehung zu Jesus ergänzt sie in notwendiger Weise, denn hier sprechen wir nicht distanziert von Fakten, sondern sagen, was unser Innerstes berührt. 

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