Bibellese-Projekt, Freitag, 25. August 2017

Bibeltext (Luther): Epheserbrief Kapitel 1,15-23

15 Darum auch ich, nachdem ich gehört habe von dem Glauben bei euch an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen, 16 höre ich nicht auf, zu danken für euch, und gedenke euer in meinem Gebet, 17 dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen. 18 Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist 19 und wie überschwänglich groß seine Kraft an uns, die wir glauben, weil die Macht seiner Stärke bei uns wirksam wurde, 20 mit der er in Christus gewirkt hat. Durch sie hat er ihn von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel 21 über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. 22 Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles, 23 welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt. 

Erklärungen zum Text (Ralf Mühe, Bibellesebund)

Paulus hat gute Gründe dafür, dankbar zu sein doch damit lehnt er sich nicht zufrieden zurück (15-16). Sein Anliegen ist, dass die Christen weiter in der Erkenntnis wachsen. Obwohl sie diesen Reifeprozess selbst anstreben müssen, können sie ihn dennoch nicht aus sich selbst hervorbringen (17). Paulus bgleitet ihn durch sein Gebet. Die Augen des Herzens beschreiben den Zugang zum Innersten unserer Persönlichkeit. Mit den Augen nehmen wir unsere Umgebung wahr. Die Augen des Herzens erfassen jedoch die geistliche Wirklichkeit. Sie haben sowohl die zukünftige Herrlichkeit im Blick (18) als auch Gottes überwältigende Kraft für die Gegenwart (19). Wozu sie fähig ist, wird an Jesus Christus deutlich, der von den Toten auferweckt wurde, um den Platz seiner Bestimmung einzunehmen: an Gottes rechter Seite im Himmel (20). Damit verbunden ist seine erhabene Stellung über die gesamte Hierarchie der Engel (21). 
Jesus als Haupt über alles sagt mehr aus als seine Erhabenheit über alles Geschaffene. Die organische Einheit des Hauptes mit der Gemeinde, welche sein Leib ist, stellt uns Lesern die Bedeutung vor Augen, die wir als Christen vor der unsichtbaren Welt einnehmen (22-23).

Fragen zum Nachdenken

1. Durch welche zwei wesentlichen Ausdrucksformen findet die von Christus geleitete Lebensweise der Christen Anerkennung (15)?

2. In welcher Weise und wozu wirkt der Heilige Geist, den die gläubigen bereits empfangen haben (17)? 

3. Welche Voraussetzungen gehören zum geistlichen Erkennen eines Christen (17-18)?

4. Welche einzelne Handlungen werden Gott zugeschrieben und wem kommen sie zugute (18-22)?

Übertragung ins Leben

Die geistliche Erkenntnisfähigkeit entwickelt sich durch die persönliche Beziehung zu Jesus. Sie beginnt damit, dass wir Gottes Handeln an uns zunächst mehr ahnend als wissend zu begreifen beginnen und das Leben danach ausrichten. Oft begnügen wir uns nach einer Phase geistlichen Wachstums jedoch allzu schnell mit dem Erreichten. 
Warum lohnt es sich, Gottes Möglichkeiten für uns zu entdecken? Seine überwältigende Kraft (griech. dynamis), kann auch in uns wirksam werden: bei der Entscheidung, sündhafte Neigungen zu überwinden; bei Versuchungen, die von aussen an uns herangetragen werden; bei der Ausbildung von Charakterstärke; in der Bewährung, wenn Liebe, Geduld, Ausdauer und Zuversicht gefordert, aber nur unzureichend entfaltet sind. Die Kraft, die Gott gibt, lässt uns über die Grenzen des eigenen Vermögens hinauswachsen. Auf diese Weise ehren wir ihn. Ergreife die Chance der persönlichen Umgestaltung!

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