Bibellese-Projekt, Donnerstag, 14. September 2017

Bibeltext (Luther): Epheserbrief Kapitel 6,10-17

10 Zuletzt: Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. 11 Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. 12 Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die über diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. 13 Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt. 14 So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit 15 und beschuht an den Füßen, bereit für das Evangelium des Friedens. 16 Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, 17 und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. 

Erklärungen zum Text (Ralf Mühe, Bibellesebund)

Als Christen können wir uns mit Gottes Kraft und Stärke umgeben (10). Doch wir müssen sie wi einen Schutzanzug anziehen (11). Unsere Gegner sind nicht Menschen mit schwierigen Charakteren, sondern der Teufel ("Diabolos"). Seine Vorgehensweise ist arglistig. Sie hat, so wörtlich, "Methode" (11). Zu ihm gehören boshafte und machtvolle Geisteswesen, denen wir aus eigener Kraft nicht gewachsen sind (12). Paulus spricht von Gottes voller Waffenrüstung, die Christen nötig haben. Dabei orientiert er sich an einem kampfbereiten römischen Fusssoldaten. Der Gürtel hielt die Tunika und den Sagum (Mantel) aus Wollstoff zusammen (14). Darüber wurde der Schuppenpanzer aus Metallplatten getragen (14). An den Füssen trugen die Soldaten robuste Schnürsandalen mit benagelten Sohlen (15). Das Langschild aus Holz war in der Regel mit Fell oder Leder überzogen und hatte in der Mitte einen metallenen Stossbuckel (16). Der Helm bestand aus Messing oder Bronze. Das Kurzschwert diente als Stich- und Hiebwaffe (17). Lies auch Jesaja 59,17. 

Fragen zum Nachdenken

1. Wie lauten die drei Zielvorgaben, die Christen durch Gottes Waffenrüstung erreichen können (13)?

2. Welche persönliche Grundhaltung tragen dazu bei, dass Christen Angriffe erfolgreich abwehren können (14-17)?

3. Welche Teile der Ausrüstung dienten dem Schutz und womit wurde angegriffen (14-17)?

Übertragung ins Leben

Der Wirklichkeitsbegriff des modernen Menschen beschränkt sich auf den Ausschnitt des wissenschaftlich Erkennbaren. Weil sich Einflüsse von Geistesmächten meist hinter Natürlichem verbergen, bleiben sie unerkannt. So werden Aggressionen, Widerstand gegen alles Göttliche sowie Krankheiten meist ausschliesslich als eine persönliche Konditionierung bewertet. Die Bibel bezeugt jedoch, dass der Mensch vom Teufel bereits im Garten Eden verführt wurde und ihm seither hörig ist. Ein Ausdruck dieser Beeinflussung von aussen ist – entgegen unserer guten Absichten – die Unfähigkeit, das Böse nicht zu tun. Wir erweisen uns sogar als unfähig, Frieden mit uns selbst oder dem Nächsten zu haben. Der Mensch ist in der Bindung an den Bösen der grösste Feind des Menschen; deshalb gibt es Ausbeutung, Diskriminierung, Hass, Kriege und das Verlangen nach Vergeltung. Der Mensch zerstört sogar wider besseres Wissen die Erde, deren Ertrag seine Lebensgrundlage darstellt. Ausgebeutet, verseucht und in ihrem Artenreichtung dezimiert trägt sie die Handschrift von Zerstörung. Sie gehört zum sichtbaren Ausdruck der Herrscher der Finsternis, deren williger Vollstrecker der Mensch ist. 

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