Bibellese-Projekt, Dienstag, 5. September 2017

Bibeltext (Luther): Epheserbrief Kapitel 3,14-21

14 Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, 15 von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf Erden seinen Namen hat, 16 dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, 17 dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne. Und ihr seid in der Liebe eingewurzelt und gegründet, 18 damit ihr mit allen Heiligen begreifen könnt, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, 19 auch die Liebe Christi erkennen könnt, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet, bis ihr die ganze Fülle Gottes erlangt habt. 20 Dem aber, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, 21 dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus durch alle Geschlechter von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 

Erklärungen zum Text (Ralf Mühe, Bibellesebund)

Paulus betet auf Knien – vor dem Vater! Damit nimmt er einen bewussten Blickwechsel vor: von seiner irdischen Umgebung auf das Unsichtbare (14). Alle himmlischen und irdischen Geschöpfe haben in Gott ihren Ursprung (15). Als Menschen, die zu ihrem himmlischen Vater eine lebendige Bezieung pflegen, sind wir in besonderer Weise Empfangende: Er beschenkt uns über die natürlichen Bedürfnisse hinaus mit seiner göttlichen Kraft. Paulus erbittet sie, damit die Leser und Hörer seines Briefes Jesus in ihren Herzen bewusster wahrnehmen. Seine Gegenwart befähigt uns, anderen mit der göttlichen Liebe (griech. agape) zu begegnen. Sie ist bedingungslos und übertrifft damit die menschliche "Wenn-Liebe" und "Weil-Liebe" (16-17).
Es gibt keinen Lebensbereich, den Christus mit seiner Liebe nicht ausfüllen und verändern könnte (18). Paulus begleitet und fördert dieses Erkennen durch sein Gebeet, denn es handelt sich dabei um einen Prozess zunehmender Nähe zu Gott. Das Bewusstsein der Gegenwart von Jesus erschliesst sich dem Glaubenden immer mehr als eine fest gegründete innere Gewissheit. Sie bleibt damit unabhängig von unserem intellektuellen und emotionalen Erfassungsvermögen (19). Auf dieser Basis wächst die Zuversicht, die Gott Grosses zutraut (20). So ehren wir Jesus als Einzelne und als Gemeinde (21). 

Fragen zum Nachdenken

1. Welche der zuvor genannten Fackten werden wohl Paulus veranlasst haben, dem Vater im Himmel auf Knien zu huldigen?

2. Was erfährst du im heutigen Briefabschnitt über Gott?

3. Inwiefern gibt die Bibel Antwort auf die Herkunft des Menschen (15)?

4. Wie ersschliessen wir uns und anderen aktiv den Reichtum an göttlicher Kraft (16)?

5. Hat Jesus einen zweiten Wohnsitz? Lies Epheser 1,20 sowie Epheser 2,6 und vergleiche die Aussagen mit Epheser 3,17.

Übertragung ins Leben

Die Frau mittleren Alters schwärmte am Telefon darüber, wie positiv ihr Körper auf das Training im Fitnessstudio reagiert. Während sie Fett verliert, baut sich zugleich Muskelmasse auf. Das ist ein grossartiges und wünschenswertes Ergebnis. Auch für den inneren Menschen gibt es eine Wechselwirkung zwischen Training der geistlichen Verfassung. Georg Müller, der Waisenhausvater von Bristol hat es einmal so ausgedrückt: "Die stillen Stunden mit Gott müssen gepflegt werden, denn sie allein geben dem inneren Leben Kraft und Nahrung. Nichts kann uns für den Ausfall heiliger Stunden, stiller Augenblicke unter dem Wort und im Gebet entschädigen."

Sehnst du dich auch danach, Gottes Herrlichkeit tiefer und intensiver zu erleben? Gib diesem Verlangen nach dem Vorbild des Apostels Ausdruck. Du darfst sicher sein, dass Gott dich gern und überwältigend beschenken wird. Wie beabsichtigst du, den Wunsch konkret in die Tat umzusetzen?

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