Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Weiningen, Unterengstringen, Geroldswil und Oetwil
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Weininger Orgelgeschichte

Autor: Jakob Schildknecht

1857

wird seitlich im Schiff eine durch Pfr. Wolff organisierte Orgel eingebaut

1906

beantragt Pfr. Kaspar Hohl sich mit einer neuen Orgel zu befassen

1907

5. März, Werkvertrag mit Fa. Goll & Co. über eine neue Orgel. Genaue Spezifikation. Kosten Fr. 5900.- und Fr. 780.- für Gebläse.

1907

13. Okt., 9 Uhr 30 Uhr, Einweihung der neuen Goll-Orgel im Chor. Im September wird sie auf der Station Schlieren abgeholt. Am 28. Dez. 1907 wird durch J.J. Ryffel, Wettingen, eine Orgelexpertise erstellt. Die alte Orgel, die schon soviel Freud und Leid mit der Gemeinde geteilt hat wird dekoriert und nicht demontiert, wohl aus Respekt vor dem allseits beliebten Initiator der alten Orgel, Pfr. Philipp Heinrich Wolff, der 54 Jahre der Kirchgemeinde gedient hat und erst vor 4 Jahren im Amt gestorben ist. Orgel mit Wasser- später Elektromotor; Fr.8200; Wegen dem Lärm des Orgelmotors muss zum Turm eine Türe angebracht werden. (Spez. Bericht am Schluss)

1909

Vertrag mit Orgelbaufirma Goll betr. das jährliche Stimmen der Orgel. Kosten je Fr. 25.-

1911

Reparatur der Orgel weil der Organist die Orgel „allzu einseitig“ brauchte. Einzelne Stimmen die selten oder nie gebraucht wurden haben sich festgeklebt.

1912

wird die Kirche elektrifiziert und der Wassermotor der Orgel durch einen Elektromotor ersetzt.

1913

Orgelreparatur wegen anhaltender Trockenheit 1911

1916

Behandlung der Orgel wegen Holzwurm, Reinigung, stärkerer Winddruck am Spieltisch, Kosten Fr. 660.- (Korrespondenz mit „Seiner Hochwürden“ Herrn Pfarrer Sieber)

1917

Reinigung und Umänderung der Goll-Orgel; Verkürzung vor Christusbild

1918

EW muss ermahnt werden an Sonntagen, wegen der Orgel, den Strom nicht mehr abzustellen.

1922

Das Reinigen und Stimmen der Goll-Orgel nimmt eine ganze Woche in Anspruch. Durch die Renovationsarbeiten wurde die Orgel in Mitleidenschaft gezogen

1926

Die alte, überflüssig gewordene Orgelempore an der Seitenwand neben der Kanzel wird, im Zusammenhang mit einer Gesamtrenovation der Kirche, beseitigt. Siehe 5. Bild der Serie von der Renovation der Kirche.

1927

Vertrag mit der Fa. Kuhn betr. jährliches Stimmen der Orgel

1930

Revision der Orgel durch die Fa. Kuhn

1932

Neben dem Orgelspieltisch wird ein Schrank für die Noten eingebaut

1934

Gründliche Revision der Orgel durch die Fa. Metzler

1935

Anbringen von Vorhängen im Chor der Kirche zum Schutz der Orgel und der Besucher vor der Sonne.

1942

Wegen ständiger Störungen an der Orgel werden Offerten für eine neue Orgel eingeholt. Eine neue Orgel wird vorerst von der Gemeinde als nicht dringlich abgelehnt

1944

wird anstelle der Goll-Orgel die heutige Metzler-Orgel eingebaut. 17. Dezember: Einweihung der Metzler-Orgel im Chor. Experte: Organist Funk aus Zürich. Der Spieltisch wird entgegen verschiedener Wünsche nicht auf der Empore sondern unter der Kanzel platziert. Während der Bauzeit wird das Harmonium der Fam. Werffeli benutzt.

Eine neue Kanzel wird gebaut. Die alte Kanzel war zu stark vom Wurm befallen und damit eine Gefahr für die neue Orgel. Kosten der Orgel allein: Fr. 27’612.-, Totalkosten mit neuer Kanzel: Fr. 38'729.- (Kredit war Fr. 32'000.-)

1946

Der Orgelexperte, Prof. Funk, Fraumünster, erachtet es als nötig, der Fa. Metzler einen scharfen Verweis zu erteilen. Grund: 1. Das eingesetzte Register wirkt zu schreiend und beeinträchtigt den Gesamtklang 2. Die Orgel ist von den Bauüberresten zu reinigen

1958

Die Orgel wird durch die Fa. Metzler erstmals einer gründlichen Revision unterzogen

1968

2. Revision und Höherstimmen der Metzler-Orgel in der Kirche Weiningen. Kosten Fr. 5750.-

Erläuterung zur Goll-Orgel von 1907

Nach neuem Wittwer’schen System gebaut

Patent Christian Wittwer, Muri bei Bern

Prinzip des Wittwer’schen Systems (durch Goll ab 1905 verwendet).

Die Firma Goll & Cie baute ihr erstes Werk dieser Art 1905 mit zwei Manualen und neun Pfeifenreihen fürs Oberseminar in Bern (Opus 279). Weitere Orgeln dieser Art errichtete sie im gleichen Jahr beispielsweise im bernische Heimiswil, 1906 in Rapperswil bei Bern, in Stettlen, in der evangelischen Kapelle in Horgen und 1907 eben in der Kirche Weiningen.

Die Orgel der Kapelle in Horgen war, zur Zufriedenheit Aller bis 1970 (Aufgabe des Kirchenraums) in Betrieb. Bei vorliegender Erfindung wird durch eine besondere Konstruktion der Windladen ermöglicht:

- Die selbständige, unabhängige Spielbarkeit aller oder beliebig vieler Pfeifenreihen (Register) einer Orgel auf jeder Klaviatur (Manuale und Pedal), und überdies

- die selbständige, unabhängige Spielbarkeit jeder Pfeifenreihe, als zwei Register in verschiedenem Fusston, z. B. im 8' und 4' Ton oder im 16' und 8' Ton. Notwendig sind hierzu 66 Pfeifen bei 54 Tasten. Jede Pfeifenreihe kann also dem Spieler - vorausgesetzt ist eine Orgel mit zwei Manualen und einem Pedal - wie sechs selbständige Register dienen, z. B. eine Flöte so, wie wenn in der Orgel in Wirklichkeit sechs Flöten disponiert wären, nämlich für jede Klaviatur je eine 8'-Flöte und eine 4'-Flöte.
Der praktische Wert dieser Neuerung besteht darin, dass namentlich kleinere und mittelgrosse Orgelwerke mit bloss ungefähr der Hälfte der bis jetzt benötigten Register erstellt werden können, ohne dass die Leistungsfähigkeit dadurch irgendwie herabgemindert würde.

Aus „Musik und Gottesdienst“, Nr.3, Mai 2008

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